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Die Transhumanz der Schafe

Der Schafübertrieb zwischen Schnalstal und Ötztal, ein bis Heute lebendiges Kulturerbe.

Die Transhumanz der Schafe

Der Schafübertrieb zwischen Schnalstal und Ötztal, ein bis Heute lebendiges Kulturerbe.

Ein lebendiges Erbe alpiner Kultur

Die Transhumanz – ein fremd anmutendes Wort. Es schwebt wie ein leises Wispern über dem Schnalstal. Es erzählt von quirligen Schafherden, von Sesshaftigkeit und hoch gelegenen Weideflächen zwischen den Ötztaler Alpen. Von 2-Tages-Märschen über 44 Kilometer. Und von einer Tradition, die tief in die Urgeschichte des Tales weist.

Transhumanz – “auf die Gebirgsweide führen”. Der Ursprung dieses Wortes liegt im Französischen “transhumere” oder “transhumar” und bedeutet so viel wie “wandern ” bzw. “wechseln von Herden”. In anderer Deutung geht auf die Römerzeit zurück, „trans” (wechsel) und „humus” (gute Erde, gute Weide) – also zur guten Erde/Weide wechseln. Der Begriff beschreibt den Wechsel der Weidetiere – im Schnalstal die der Schafe und Ziegen – vom Schnalstal über den Gletscher zu den Sommerweideplätzen im Ötztal.

Die Geschichte der Transhumanz entdecken

Gehen Sie auf eine spannende Entdeckungsreise geführt von Gianni Bodini, der die Geschichte der Transhumanz von Ihren Anfängen bis heute für Sie recherchiert hat.

Die Tradition der Transhumanz

Im Schnalstal wie auch im Vinschgau, bleiben die Schafe während der kalten Jahreszeit auf den steilen und kargen Winterweideflächen der am Sonnenberg gelegenen Höfe oder in den Stallungen in der Obhut ihrer Besitzer. Doch in den Sommermonaten werden sie hochgeführt, über das Nieder- und das Hochjoch, und nähren sich an den üppigen Gräsern und Blumen der Ötztaler Hochwiesen. Ein nicht ungefährlicher Aufstieg über Eisfelder, Wasserrinnen und Gletscherspalten, der auch schon manches Leben (heraus)gefordert hat – und gleichzeitig ein grandioses, von zahlreichen Schaulustigen begleitetes Schauspiel. Grenzen, welche die Natur nicht kennt.

Eine Geschichte der Schafe, vor allem aber auch der Menschen

Lernen Sie die Persönlichkeiten hinter den Kulissen kennen, Menschen deren Leben sich ganz oder teilweise um die Transhumanz dreht oder drehte.

Transalpine Überquerung

Transalpine Überquerungen – die hohen Grenzen im Alpenraum, diese von Menschen gedachten Linien, sind schon seit Ötzis Zeiten vor über 5.000 Jahren überquert worden, zum Weiden, zum Handeln, zum Schmuggeln. Seit jeher besitzen die Schnalstaler Bauern Weiderechte auf den ca. 2.000 ha hochalpinen Weideflächen. Denn hoch oben, auf rund 2800 Metern Meereshöhe, wo es von unten scheint, als ob die pure Kargheit Regie führen würde, blühen doch zwischen dem alten Eis und getränkt vom Gletscherwasser, die Bergwiesen in grünen, gelben und roten Farben. Um das Weiden in der Höhe zu regeln, wurde bereits im 14. Jahrhundert ein Weiderechtsvertrag zwischen den Bauern von Schnals und jenen von Vent im Ötztal abgeschlossen. Dieser Vertrag enthält das Weiderecht von Mitte Juni bis Mitte September und gilt bis heute.

Den Weg der Schafe und Ziegen entdecken

Folgen Sie dem Weg der Schafe von Kortsch im Vinschgau über Kurzras und Vernagt im Schnalstal bis nach Vent im Ötztal.

Kulturerbe Transhumanz

Durch die Bezirksgemeinschaft Vinschgau und das Regionalmanagement der Region Imst, konnte das grenzüberschreitende Projekt „Kulturerbe Transhumanz Schnalstal-Ötztal“ ins Leben gerufen werden.

Seit 2019 immaterielles Kulturerbe der UNESCO

Ja, es ist eine lange Geschichte, die der Schafe und Ziegen im Schnalstal, und sie wird weitergeschrieben.

Das Schnalstal und das Ötztal entdecken!

Ökologische Bedeutung

Neben ihrem kulturellen Wert hat die Transhumanz auch eine wichtige ökologische Funktion. Durch die saisonale Beweidung wird die Biodiversität auf den Almen gefördert, und der Boden bleibt fruchtbar. Die Tiere tragen zur Verbreitung von Pflanzensamen bei und helfen, die Landschaft offen zu halten, was wiederum Lawinen- und Erosionsgefahr vermindert.

Die Schafrassen der Transhumanz

Es sind vor allem autochthone Schafrassen, die am häufigsten beim Schaftrieb anzutreffen sind: Schnalser Schaf, Tiroler Bergschaf, Tiroler Steinschaf und das Villnösser Brillenschaf.

Zwei Täler eine Geschichte

Seit über 6000 Jahren gibt es eine enge Verbindung zwischen dem Schnalstal und dem Ötztal, vor allem durch den traditionellen Schaftrieb über die teils vergletscherten Jöcher. Bis etwa 1850 gehörten große Teile des hinteren Ötztals zu Südtirol, genauer gesagt zum Gericht Kastelbell oder Schlanders. Vent im Ötztal wurde von Süden, also vom Schnalstal aus, besiedelt. Über Generationen hinweg haben sich durch die Transhumanz enge verwandtschaftliche, soziale und kulturelle Beziehungen zwischen den Bewohnern der beiden Täler entwickelt.

Mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union

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