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Hermann Götsch

Bergbauer & Obmann der Agrargemeinschaft Niedertal

Hermann Götsch geboren 1975 in Meran, ist auf dem Hof Obergamp in Vernagt im Schnalstal aufgewachsen. Unter demselben Dach lebt eine „Dynastie“ von Bauern/Züchtern, die sich seit Generationen mit Schafen beschäftigen. Sein Vater Konrad ist der ehemalige Präsident der Agrargemeinschaft Niedertal, die seit 1514 die ausgedehnten Almen im Ötztal verwaltet und bewirtschaftet.

Als Bauer des Hofes hatte er 80 Schafe, die den Sommer im Ötztal verbrachten, während er sie im Frühjahr und Herbst an den Hängen des Prettbergs oberhalb des von ihm gepachteten Hofes Obergamp hielt. Konrad begleitete die Herden unzählige Male an der Similaunhütte vorbei und erinnert sich daran, dass der Gletscher damals selbst die Hütte umspülte und man mehr als eine Stunde brauchte, um ihn zu überqueren.

Mehrmals war das Wetter nicht gut und 1979 tötete ein schrecklicher Sturm 70 Schafe! Hermann, sein Sohn, begleitete die Schafe zum ersten Mal 1983, als er erst 8 Jahre alt war, und dann jahrzehntelang, und er erinnert sich, dass inzwischen die gesamte Überquerung ohne Betreten des Gletschers erfolgt ist! Da er recht kräftig war, hatte er die Aufgabe, die entlang der Strecke geborenen oder zu schwachen Lämmer in einem speziellen Korb auf den Schultern zu tragen. Aber er erinnert sich auch gerne an bestimmte Abende, sogar mit dem Akkordeon, in der alten, 2011 von einer Lawine zerstörten Hirtenhütte. Dann erzählt er stolz, dass sie mit Hilfe von Handwerkern und Firmen aus dem Schnalstal sofort wieder aufgebaut wurde und heute ein Schmuckstück ist, ausgestattet mit einer ökologischen Kläranlage und einer Turbine zur Erzeugung des nötigen Stroms.

Seit 2005 hat er den Hof geerbt und hält nun rund 30 Schafe. Inzwischen hilft sein Sohn Manuel, der mit 6 Jahren die Schafe zum ersten Mal ins Ötztal brachte, nicht nur bei den Arbeiten auf dem Hof, sondern verbringt auch den ganzen Sommer alleine in der neuen Schäferhütte. Erst Anfang September, wenn die Schafe in einem großen und unwegsamen Gebiet zusammengetrieben werden müssen, holt er sich die Hilfe von vielen Mitarbeitern. Eine sehr anstrengende Arbeit, die, wie Hermann sagt, ohne die Hilfe von gut ausgebildeten Hunden nicht möglich wäre!